16 Mai

Mädchen

Geschrieben von admin

Laut Julius kann man Mädchen in drei Gruppen einteilen: Mädchen-Mädchen, normale Mädchen und Jungs-Mädchen. Er musste gar nicht viel erklären, ich wusste sofort, was er damit meinte. So ein kluges, kluges Kerlchen! Machte dann dummerweise den Fehler zu fragen, zu welcher Kategorie ich denn gehören würde. (Obwohl ich es genau weiß: Ich war nie so ein Mädchen-Mädchen!!!) Julius sah mich verdutzt an und sagte dann: „Mama, du bist ein altes Mädchen!“

Ansonsten nichts Neues unter der Sonne (obwohl die ausnahmsweise mal scheint – die Eisheiligen waren in diesem Jahr besonders hartnäckig, vor allem Pankratius), nur dass Nelly und Kevin sich wieder vertragen, dann Schluss gemacht und sich wieder vertragen haben – beim nächsten Schluss machen gibt es kein schulfrei mehr und keinen frisch gepressten Orangensaft.

09 Mai

Muttertag

Geschrieben von admin

Julius sprang um halb sechs mit einem Sträußchen Vergissmeinnicht auf meinen Bauch und sagte, dass ich die beste Mama der Welt sei. Sagte laut „Scheiße!“, weil ich Muttertag wieder mal vergessen hatte und meine Mutter nun mindestens ein halbes Jahr beleidigt sein würde. Aber Anton beruhigte mich mit der sensationellen Mitteilung, er habe sowohl seiner als auch meiner Mutter einen Blumenstrauß schicken lassen. Außerdem seiner Exfrau. Sehr aufmerksam, der Mann. Durfte im Bett bleiben, während er mit den Kindern unten Frühstück machte und fühlte mich richtig gut. Bis ich überlegte, warum alle von ihm Blumen bekamen, nur ich nicht.

Später noch Landtagswahlen. Dabei fiel mir auf, dass ich keine Ahnung habe, wo Anton politisch so steht. Ich würde sagen, konservativ mittig bis ganz leicht links. Aber sicher kann man da nicht sein. Offenbar war er genauso neugierig, denn später fragte er beiläufig, wen ich denn gewählt hätte. Ich sagte ausweichend, ich wählte niemals eine Person, immer nur eine Partei, und zwar die mit meiner Lieblingsfarbe, auf den Wahlplakaten sähen die doch alle zum Weglaufen aus. Anton zog eine Augenbraue hoch, und plötzlich bekam ich Angst, dass wir möglicherweise politisch in ganz verschiedenen Lagern stehen und wechselte schnell das Thema. Muss aber gleich noch klarstellen, dass SCHWARZ keine Farbe ist.

24 Apr

Das Leben ist schön

Geschrieben von Constanze

Emily hatte heute Besuch von einer neuen Freundin. Das Kind sagt, es heißt Matschori. Ich dachte erst, das sei ein Aprilscherz. War es aber nicht. Ich traue mich nicht zu fragen, wie das geschrieben wird.

Trudi ist über die Osterferien mit Francesca nach Italien geflogen und bisher nicht zurückgekommen. Sie schickt mir stündlich eine SMS. Gerade wieder eine. „Sehe ich etwa schwanger aus?“ Ich schreibe sehr diplomatische Antworten. „Wer sagt denn so was???“

Julius findet es den anderen Jahreszeiten über ungerecht, wenn man eine bevorzugt, aber ich mag den Frühling nun mal am liebsten. Der Apfelbaum blüht und Unmengen von Vergissmeinnicht.

Das Leben ist schön. Ich habe aufgehört, die Pille zu nehmen.

15 Mrz

Glitzer, Einhorn und Federn

Geschrieben von Constanze

Die Kindergarten-Mamis haben Zettel wegen der Schultütenbastelnachmittage verteilt: Sie können zwischen einer Pferde-Glitzer-Schultüte (Mädchen), einer Fußball-Schultüte (Jungs) und einer Teddy-Schultüte (geschlechtsneutral) wählen.

Fragte Julius dummerweise im Beisein von Frauke Doppelname-Obermami, was er denn für eine Schultüte wolle. Er überlegte lange und sagte dann, er hätte gern eine mit einem Traktor und einem Einhorn und einem Dinosaurier. Und Federn. Und grünem Glitzer.
Frauke machte ein Gesicht, als habe sie gerade in einen Hundehaufen getreten (obwohl: So guckt sie eigentlich immer) und wiederholte: „Glitzer? Einhorn? Federn? Kann es sein, dass hier noch jemand etwas Geschlechtsorientierung nötig hat?“

Ahne jetzt schon, dass ich besser nicht zu Schultütennachmittag erscheinen, sondern Schultüte im stillen Kämmerlein basteln werde.

Anton denkt immer noch, ich wolle ein Baby von ihm. Ich nehme immer noch die Pille.
Und Mimi ist Gott-sei-Dank immer noch schwanger.

Nelly hat mit Kevin Schluss gemacht oder er mit ihr, so ganz blicke ich da nicht durch. Sie ist abwechselnd wütend und traurig, letzteres überwiegt allerdings. Heute Morgen wollte sie nicht zur Schule. „Mein Herz ist so schwer, dass ich mich nicht mal aufrichten kann“, sagte sie, und da durfte sie liegen bleiben. Ich weiß aus Erfahrung, dass Liebeskummer viel schlimmer ist als eine Grippe. Brachte ihr Orangesaft ans Bett und Stifte und Papier. Finde, sie sollte anfangen, Gedichte zu schreiben.

02 Feb

Tortenschutzmaßnahmen

Geschrieben von Constanze

Torte war dumme Idee. Dabei war sie ein Kunstwerk: Bisquit gefüllt mit Beerensahne-creme. Auf der einen Seite mit rosa, auf der anderen mit hellblauem Zuckerguss, und darüber mit weißer Sahneschrift: It´s a baby. Hach. So schön. Und so lecker. Aber Mimi hätte sie beinahe gepackt und quer durch den Laden geworfen. „Ich hatte gesagt, KEIN Babygerede!!!“

Ich musste improvisieren und behaupten, die Torte sei für ein anderes Baby. Genauer gesagt, für MEIN Baby. Das war vielleicht ein bisschen voreilig.

Mimi guckte sehr misstrauisch. „Du bist schwanger?“

„Nein, noch nicht“, sagte ich. „Aber Anton und ich haben beschlossen, es auch noch mal mit einem Baby zu versuchen. Wenn es klappt, können unsere beiden Kinder zusammen in eine Klasse gehen, ist das nicht toll?“

„Und wann habt ihr das beschlossen?“

„Äh – heute“, sagte ich, und dann machte ich früher Schluss, um Anton davon zu erzählen, bevor sie ihn fragen kann.

Dummerweise versteht Anton nicht, dass ich das alles nur gesagt hatte, um die Torte zu retten. Er denkt jetzt, ich möchte ein Baby von ihm. Ich denke, wir haben schon genug Kinder, aber wenn es passiert, passiert es eben…. – nehme allerdings sicherheitshalber weiterhin die Pille.

01 Feb

Nicht schwanger

Geschrieben von Constanze

Mimi behauptet, einen Magen-Darm-Infekt zu haben, aber wir lassen uns nicht für dumm verkaufen: Sie ist 100%ig schwanger. Wir sind alle überglücklich – aber leider hat sie uns verboten, uns für sie zu freuen. Sie hat einfach zu große Angst, das Kind wieder zu verlieren, so wie damals Nina-Louise.

„Kein Babygerede!“, hat sie uns angeschnauzt. „Wir tun so, als wäre es nicht da, kapiert?“

„Aber du hast eine ziemliche Wampe“, hat Trudi gesagt (unter uns: Ihre Wampe ist mindestens doppelt so dick, und sie ist NICHT schwanger). „Wie lange sollen wir das denn ignorieren?“

„Bis es da ist. Wenn es denn jemals kommt, meine ich.“

Oh je, arme Mimi. Ich versuchte ihr zu sagen, dass dieses Mal alles gut gehen wird, aber das machte sie erst recht wütend.
Ich glaube nicht, dass es gut ist, neun Monate in Angst und Schrecken zu verharren. Backe ihr gleich eine schöne Babytorte, vielleicht muntert sie das ja auf.

24 Jan

Fudge

Geschrieben von Constanze

Heute mit Nelly und Julius Fudge gemacht, diese köstliche, weichen, englischen Kara-mellbonbons. Aber von wegen weich und köstlich! Küche ist zu klebriger Hölle mutiert, und außer Nelly, die meint, sie habe schon schlimmeres gegessen, will nun niemand unsere Bonbonberge abtragen. Hatte es bisher immer „Fatsch“ ausgesprochen, aber Trudi behauptet, es würde „Fuds“ heißen, und Julius nennt sie hartnäckig „Fuck-Bonbons“ – ehrlich gesagt kommt das der Sache in unserem Fall am nächsten.

Immer noch Schnee und Eis draußen. Ich glaube, das mit der Klimaerwärmung habe ich missverstanden. Heute noch einen Schwung gefütterte Winterstiefel für Pumps & Pomps geordert. Anton überlegt, einen künstlichen Schlittenhügel im Garten anschütten zu lassen.