23 Mai

Mannmannmann!

Geschrieben von Constanze

Bin immer noch verwirrt. Nicht wegen der Kondome (das haben wir mittlerweile ausgiebig geklärt, die ganze Familie hat geholfen, das arme Kind aufzuklären und eine Banane musste dran glauben – nein, schreien Sie nicht: Er wollte alles, ganz, ganz genau wissen!), sondern wegen Anton. Ich finde, unsere Kommunikation ist einfach gestört, wenn es um das Thema geht. Er überspringt immer die entscheidenden Worte (“Willst du mich heiraten?” in diesem Fall) und ich weiß nicht, was ich auf die anderen Sachen antworten soll. Genau genommen sind es ja nicht mal Fragen. Ich weiß, um das Problem aus der Welt zu schaffen, müsste ich mir nur aufraffen, meinerseites eine Frage zu stellen. Zum Beispiel: “Willst du, dass ich dich heirate?” Aber ehrlich … ich krieg´s nicht über die Lippen. Was stimmt nicht mit mir?????

Könnte wirklich mal wieder einen Schluck Alkohol gebrauchen. Trudi hat mir genau vorgerechnet, wie viel man wann trinken kann, ohne dass der Alkohol in die Muttermilch gerät – aber das ist mir zu riskant. Und mit einem Gläschen muss ich ja gar nicht erst anfangen.

Liebe Grüße von

Constanze

P.S. Bei Pumps und Pomps sind übrigens diese Woche sehr hübsche Kissen im Angebot. Gitti Hempel hat uns 40 Stück gebracht, anstelle der bestellten Badetaschen. Wer also zu seinen Flipflops und Haarbändern passende Kissen haben möchte (und hier stellt sich nicht die Frage nach dem Warum), sollte vorbeikommen.

20 Mai

Manchmal…

Geschrieben von Constanze

…weiß ich einfach nicht, was ich sagen soll.

Heute war ich gleich zweimal sprachlos. Zuerst im Drogeriemarkt, als Julius eine Packung Kondome hochhielt und fragte: “Wozu braucht man das?”

Und dann noch mal vorhin, als Anton aus heiterem Himmel sagte: “Es muss ja keine große Hochzeit sein. Wir könnten auch verreisen.”

Zu Punkt eins: Weiß jemand eine souveränere Antwort als “Das benutzt man, um eine Schwangerschaft zu verhindern” – denn das war die denkbar doofste Antwort, die ich geben konnte, zumal sie nur eine Flut neuer Fragen auslöste…

Zu Punkt zwei: Da war ich auch ziemlich unsouverän. Ich habe: “Hä?” gesagt, glaube ich. Möchte jetzt gern in ein Loch kriechen.

Ein schönes Wochenende wünscht

Constanze

18 Mai

Die Top Ten der kuriosesten Geschenke und Glückwünsche zur Geburt /IV

Geschrieben von Constanze

Auf Platz 6 die Karte von Hempels: Der handgeschriebene Text war recht unspektakulär: “Wir gratulieren zum Baby”  oder so ähnlich- hübsch war aber der Aufdruck vorne auf der Karte. “Lass es krachen! Alles Gute zur bestandenen Führerscheinprüfung.” Yeah!

Liebe Grüße von

Constanze

P.S. Ich war vier Tage in Berlin und könnte nun entweder über den netten Flirt mit dem Mann berichten, der “weeßte, ick bin normalerweise echt anspruchsvoll bei Frauen, aber bei dir würd ick mal ne Ausnahme machen” gesagt hat oder über meine Einkäufe frei nach dem Motto “Es glitzert, es ist sinnlos, ICH WILL ES!”

09 Mai

Muttertag …

Geschrieben von Constanze

Weil Sie gefragt hatten:

Muttertag in der Welt, wie sie sein sollte: Ausschlafen, Frühstück, von Kinderhand gerichtet, auf der Terrasse, ein selbstgepflückter Blumenstrauß (vorzugsweise NICHT aus dem eigenen Garten), lauter strahlende Kindergesichter, vom Mann vielleicht ein Satz wie aus einem Nicolas Sparks-Roman (so mit ewig lieben und weltweit gibt es keine bessere Mutter für meine Kinder oder so), und am Nachmittag ein Spaziergang und Picknick mit einem selbstgebackenen Kuchen (vielleicht ein Gemeinschaftswerk der sich nicht streitenden Kinder!!) …

Muttertag, wie er tatsächlich war: Ich hatte ihn vollkommen vergessen und der Rest der Familie leider auch. Bis auf Julius. Der wird in der Schule noch zum Basteln von liebevollen äh Dings und zum Schreiben von reizenden Briefen ermutigt (“Liebe Mama, ich freue mich imma ser wenn ich dich sehe und liebe dich doll.”) und er hat beigebracht bekommen, dass es die Aufgabe der Kinder ist, am Muttertag wenigstens den Tisch abzuräumen.

Für seinen Eifer erntete er nichts als Hohn und Spott von seinen großen Geschwistern.   “Haha, du glaubst wohl auch noch an Weihnachtsmann und Osterhasen”, sagte Nelly, und ich wollte mich gerade einmischen, da sagte Julius doch tatsächlich einen Nicolas-Sparks-Gefühlsduselei-Preis-verdächtigen Satz: “Ich glaube nicht an den Weihnachtsmann und den Osterhasen, aber ich glaube an Mütter. Die gibt es nämlich wirklich.”

 Ja, und so viele davon! (Meine eigene habe ich dann schnell wenigstens noch angerufen und gefragt, ob das Paket schon angekommen sei? Welches Paket denn? Na das, dass ich heute Morgen schnell auf die Post gebracht habe!!)

Ihnen allen nachträglich alles Gute.

Constanze

07 Mai

Mein schöner Garten

Geschrieben von Constanze

 

(in memoriam: Glockenblume)

Zugegeben, er war ein wenig zugewuchert, aber zwischen all dem Unkraut grünte und blühte es dennoch sehr vielversprechend. Als nach Ostern die Gärtner kamen, die Antons Mutter zu unserer Entlastung engagiert hatte, hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Sie würden schon wissen, wie man dem gemeinen Giersch zuleibe rückte. Natürlich würden sie ihn niemals für immer entfernen können – seine weißen Wurzeln wachsen ja bis nach Neuseeland – aber bestimmt nachhaltiger als ich es selber im Moment tun kann. Ich versorgte die beiden reizenden jungen Männern (der eine war eigentlich noch ein Kind) mit Getränken und Muffins und ging nachmittags voller Vorfreude in den Garten, um zu schauen, ob Akeleien, Wiesenraute, Bartnelke und Co nun ungestört zur Geltung kamen. Nur, dass ich keine Akeleien, Wiesenraute, Bartnelke und Co mehr vorfand. Den Tränen nahe (die Hormone!) erkundigte ich mich nach ihrem Verbleib.

                Der jüngere Gärtner sah ein wenig schuldbewusst drein, aber der ältere lächelte überlegen. “Wir mussten das Unkraut tiefgründig ausgraben, aber die Stauden haben wir selbstverständlich stehen gelassen, soweit das möglich war.”

                “Welche Stauden denn?” Ich starrte fassungslos auf die grünen Inseln in der aufgewühlten Erde. Dort, zwischen meinen Rosen, konnte man das “Who is Who” der prominenten Wildkräuter bewundern. Sorgfältig hatten sie den rosa Echinacea rund um einen kriechenden Hahnenfuß gejätet, der Rosenwaldmeister war zugunsten von rund abgestochenen Plakaten von Scharbockskraut verschwunden, und wo die Bartnelken, die Glockenblumen und die Fingerhüte gestanden hatten, blühte fröhlich der wilde Storchenschnabel und gigantische Büschel von Schöllkraut (angeblich gut gegen Warzen). Eine Weile stammelte ich hilflos Pflanzennamen vor mich hin, wie die Namen von guten Freunden, und die Gärtner betrachteten mich betrübt und ratlos. Das heißt, der jüngere der beiden starrte eigentlich mehr ratlos auf meinen Busen, wo sich auf dem T-Shirt während unseres Gesprächs langsam Milchflecken ausbreiteten, wie ich später feststellte.

                “Aber sehen Sie es doch mal positiv”, sagte der ältere der beiden schließlich. “Jetzt können Sie ganz viele neue Stauden kaufen und pflanzen!”

Immer noch betrübte Grüße von

Constanze

P.S. Mimi sagt, ich hätte es wirklich besser wissen müssen. Die Gärtner heutzutage hätten es einfach nicht mehr so mit Pflanzen, könnten dafür aber hervorragend pflastern.

30 Apr

Die Welt, wie sie sein sollte …

Geschrieben von Constanze

Spatz = liebenswerter, kleiner Vogel, der gerne unter unserem Dach nisten darf, da er einer vom Aussterben bedrohten Spezies angehört.

Gärtner = Fachkraft, die ungepflegte Wildnis in Refugium verwandelt, das in “Garten&Wohnen” abgebildet werden könnte. In englischen Spielfilmen in Ausnahmefällen der Mörder.

Die Welt, wie sie tatsächlich ist:

Spatz = ununterbrochen lärmender Vogel, der mit seinem Gebrüll auch durch das geschlossene Fenster Säuglinge aufweckt. Vermutlich genau deshalb vom Aussterben bedroht.

Gärtner = das ist eine längere Geschichte, und für die habe ich gerade keine Zeit, weil der vom Aussterben mehr als jemals zuvor bedrohte Spatz Matti um 5 Uhr geweckt hat und seitdem nicht mehr schlafen lässt. (Anton meint, der Spatz wolle vielleicht auch nur mal herumgetragen werden.)

Liebe Grüße von

Constanze (die auch gerne mal ein bisschen rumgetragen werden würde.)

29 Apr

Die Top 10 der lustigsten/merkwürdigesten Geschenke und Glückwünsche zur Geburt/II

Geschrieben von Constanze

Auf Platz 7: Eine Haartönung der Farbnuance “mittelbeigeblond”, dazu folgender Auszug aus der Glückwunschkarte: “… weil man auch als frischgebackene Mutti auf sein Aussehen wert legen sollte und ein Besuch beim Friseur zeitlich nicht immer drin ist.”

Meine Tante Ulrike. Von allen Geschwistern meiner Mutter ist sie mir bisher immer die liebste gewesen.

Ja.

24 Apr

Frohe Ostern!!!

Geschrieben von Constanze

Dank des fortgeschrittenen Sommerwetters sind die Pflanzen in den Beeten weit üppiger ausgetrieben als sonst an Ostern, außerdem hatte noch niemand Zeit, das üppig wachsende Unkraut zu jäten (nächste Woche kommt aber ein Gärtner!! Meine Schwiegermutter hat ihn engagiert, weil “man sich ja schämen muss, wenn man diese Wildnis anschaut”), was dazu geführt hat, dass drei Eier (Anton hat darauf bestanden, sie vorher durchzuzählen) und ein Nest (das von Nelly, ich verstecke es immer extra knifflig, weil sie schließlich schon fast erwachsen ist, sich aber trotzdem das Suchen nicht nehmen lassen will) im Garten verschollen sind. Anton hat nun eine Belohnung ausgesetzt, weil er meint, spätestens um Pfingsten würde man die Eier (natürlich sind es die grünen, die sich zwischen den Blättern nicht mehr aufspüren lassen) sonst anfangen zu riechen.

Ihnen alle frohe Ostern!

Constanze

P.S. Jetzt ist mir wieder eingefallen, dass ich Nellys Nest in der Papiermülltonne versteckt habe.

22 Apr

Die Top 10 der lustigsten Geschenke und Glückwünsche zur Geburt/ Teil 1

Geschrieben von Constanze

Auf Platz 10: Der Body mit dem Aufdruck “Meine Eltern brauchen keinen Schlaf” – haha. Ha. (Bin zu müde für ausdauerndere Kommentare.)

Auf Platz 9: “Wir gratulieren herzlich zum kleinen Matzi und wünschen den frisch gebackenen Eltern eine schöne Zeit zu dritt, viele Grüße von Onkel Jürgen und Tante Doris.” - Meine Mutter meint, Tante Doris und Onkel Jürgen hätten die anderen Kinder peinlich berührt unterschlagen, “weil das ja auch so eine komplizierte Angelegenheit ist und Tante Doris außerdem sehr evangelisch.”

Auf Platz 8: Der Chemie-Experimentierkasten von Antons Onkel Karl. Wir finden auch, dass Matti nicht früh genug anfangen kann, mit einem Bunsenbrenner zu üben.

Karfreitagsgrüße von

Constanze

20 Apr

Danke!!

Geschrieben von Constanze

Ich bin sehr gerührt, dass Sie alle behaupten, Mattis Namen schön zu finden oder sogar Ihre eignenen Kinder so zu nennen. Das hilft sehr gegen die Zweifel, die immer dann an mir nagen, wenn Trudi bei Mattis Anblick seufzt und “Armer kleiner Finne” zu ihm sagt. Oder wenn meine Mutter sich am Telefon nach dem “neuen Kind” erkundigt. Oder wenn Frau Hempel in der Nachbarschaft herumerzählt, wir hätten unseren Sohn “Lappen” genannt. (Ja, ich weiß, ich bin von Verrückten umgeben!!)

Die Geburtsgeschichte habe ich mittlerweile so oft erzählt, dass ich sie nicht mehr wirklich spektakulär finde. Kennen Sie das? Es gibt Geschichten, die werden immer besser, je öfter man sie erzählt. Andere hingegen verlieren an Dynamik. Die endlosen Stunden (Tage?) mit Wehen und Untersuchungen, die dann irgendwann doch in einem Kaiserschnitt endeten … gähn, oder? Und anderswo tausendmal gehört. Aber vielleicht ist das ja neu für Sie: Als man mich nach der PDA – hilflos wie ein Wal, von der Brust an abwärts völlig taub, vom Kreißbett auf den OP-Tisch hievte (ich finde ja, man hätte mit der PDA bis zum OP warten können, dann hätte ich mich noch selber auf den Tisch werfen können? So brauchten sie vier Leute dafür, die vermutlich jetzt alle ein Bandscheibenproblem haben, eine sehr demütigende Aktion), hörte man ein unglaublich lautes, ein gewaltiges Furzgeräusch. Ich starrte fassungslos in die Runde, aber alle taten so, als hätten sie es nicht gehört. Und gerade als ich streng “Wer war das?” fragen wollte, begriff ich, dass ich es selber gewesen war. Werde immer noch rot, wenn ich daran denke.

Liebe Grüße von

Constanze