08 Sep

noch ein Teaser

Geschrieben von Constanze

Aus der Reihe: Paradiesische Spielplätze für Kinder.

oder: verschollen im Waldorf Astoria. Wie man Eltern in den Wahnsinn treibt aber selber viel Spaß hat.

Liebe Grüße!!!

09 Sep

11. SSW

Geschrieben von Constanze

Sie haben es wahrscheinlich längst gemerkt, aber bitte tun Sie wenigstens ein bisschen überraschter als meine Freundin Trudi, die behauptete, sie wüsste es bereits seit Januar. Was ja schon deshalb nicht sein kann, weil ich erst seit Juni schwanger bin.

Eigentlich wollte ich es noch ein paar Monate geheim halten – so  bis Ende Februar am liebsten, aber die Nachricht hatte sich nur Stunden nach dem positiven Schwangerschaftstest in der ganzen Stadt verbreitet. Konnte ja auch niemand damit rechnen, dass Anton ungefähr zehnmal hintereinander “Oh mein Gott! Wir bekommen ein Baby!” schreien würde – das Echo seines Gebrülls wurde von Hauswand zu Hauswand geworfen. Eine halbe Stunde später trudelten schon die ersten Glückwunschanrufe ein.

Die Reaktion unserer Kinder war eher verhalten.

Nelly: “Ich verstehe das nicht -ist das ansteckend?”

Emily: “Aber seid ihr nicht viel zu alt dafür?”

Julius: “Wenn es die Katzen am Schwanz zieht, werde ich es nicht liebhaben!” (Seit seine Halbgeschwister Oskar und Fridolin, genannt die rabiaten Zwillinge, Senta am Schwanz erwischt haben, traut er Babys nicht mehr über den Weg.)

Auch Frau Pilchen reagierte wie erwartet. Sie sagte: “Der arme Mann!”

Da es ja nun ohnehin alle wissen, dachte ich, heute wäre vielleicht ein guter Tag, um es meinen Eltern mitzuteilen. Also rief ich dort an.

“Bauer!”

“Hallo, Mutti, ich bin´s.”

“Wer?”

“Constanze, deine Tochter!”

“Warum sagst du das denn nicht gleich?”

“Da ich deine einzige Tochter bin, müsste eine weibliche Stimme am Telefon, die Mutti zu dir sagt, bei dir automatisch zu dem Rückschluss führen, dass…”

“Heute ist Mittwoch”, unterbrach mich meine Mutter. “Du rufst nie mittwochs an.”

Um die Sache abzukürzen: Ich hab´s irgendwie nicht geschafft, ihr die frohe Botschaft mitzuteilen. Ein anderes Mal. Oder ich lasse es Anton machen.

16 Jun

Schmuggelbericht

Geschrieben von Constanze

Tja, zuerst sah es ganz gut aus für mich und Clorinda (das ist der Name, den ich der Puppe gegeben habe). Im Einkaufskorb, zugedeckt von einer Kinderjacke, konnte ich sie problemlos bis ins Klassenzimmer schmuggeln, niemand hielt mich auf. Aber als ich vorsichtig die Klassentür öffnete, sah ich direkt in die erschrockenen Augen von Frauke Doppelname-Obermami. In der Hand hielt sie eine Marionette, eine wesentlich schönere als Clorinda, muss ich sagen.  “Ich… also… du…”, stotterte sie ungewöhnlich kleinlaut, und ich begriff, dass ich sie bei etwas Verbotenem erwischt hatte.  Ich muss zugeben, dass ich zuerst dachte, sie wäre dabei, die Konkurrenz für Clorinda auszuschalten (hier mal ein Ohr abbrechen, dort eine Perücke zerzausen), aber wie sich herausstellte, war die Marionette in ihrer Hand die von Flavia, und Frauke hatte sie über das Wochenende ein bisschen aufgehübscht, um Flavia eine bessere Note zu verschaffen.  Ich holte Clorinda aus dem Einkaufskorb, und Frauke lachte laut, weil sie dachte, ich hätte das selbe mit Emilys Puppe gemacht.

“Gott, ist die HÄSSLICH!”, sagte sie.

“Sie ist ein Charakterkopf”, erwiderte ich kühl.  “Und sie gehört nicht Emily, sondern einem anderen Kind.”

Welchem Kind genau konnte ich aber nicht mehr herausfinden, weil es klingelte und Frauke und ich eiligst das Klassenzimmer verlassen mussten, beinahe wie Verschwörer für die selbe Sache, wer hätte das gedacht?

Jetzt überlege ich, ob ich vielleicht Emilys Puppe auch noch entführen muss, weil Flavia ja durch unerlaubtes Heimtuning von Seiten der Mutter eindeutig im Vorteil ist… hm, hm, was meinen Sie?

11 Jun

Trümmer nichts als Trümmer!!

Geschrieben von Constanze

Ganz sicher, dass heute der 11. und nicht der 13. ist? Erst heute morgen auf dem Weg zum Komposthaufen über kopulierenden Nacktschnecken ausgerutscht, dann Anruf von meiner Mutter und gerade eben in Grundschule Kunstobjekt gestohlen – gezwungenermaßen.

Das kam so: Musste Emily und ihre Freundin Valentina von ihrem Chorprojekt in der Schule abholen und habe den Fehler gemacht, Wartezeit damit zu überbrücken, mir die Marionetten aus dem Kunstunterricht anzuschauen, die halbfertig im Klassenraum herumhingen. Dummerweise fiel eine besonders scheußliche Puppe zu Boden, als ich ihr vorsichtig die Hand schütteln wollte. Zerfiel derart in ihre Einzelteile, dass ich sie unmöglich wieder zurückhängen konnte, ohne an schlechtem Gewissen zu sterben. Welches arme Kind auch immer diese Puppe gebastelt hat, darf doch am Montag nicht vor den Trümmern stehen!!! Also musste ich Marionette entführen, indem ich alle Bruchstücke in meine Handtasche stopfte. Putzfrau guckte misstrauisch, sagte aber nichts.

Schäme mich ganz fürchterlich. Nutzt wahrscheinlich wenig, wenn ich sage, dass Puppe vorher auch schon sehr hässlich war. Ha, aber wenn ich mit ihr fertig bin, werden wir uns eine Eins verdient haben. Mit Sternchen.

Nachtrag: Emily und Valentina sind sich übrigens sicher, dass es sich bei dem Ding um das Machwerk von Fraukes Tochter Flavia handelt – okay, vielleicht klebe ich auch einfach nur das Ohr wieder an…


24 Apr

Das Leben ist schön

Geschrieben von Constanze

Emily hatte heute Besuch von einer neuen Freundin. Das Kind sagt, es heißt Matschori. Ich dachte erst, das sei ein Aprilscherz. War es aber nicht. Ich traue mich nicht zu fragen, wie das geschrieben wird.

Trudi ist über die Osterferien mit Francesca nach Italien geflogen und bisher nicht zurückgekommen. Sie schickt mir stündlich eine SMS. Gerade wieder eine. „Sehe ich etwa schwanger aus?“ Ich schreibe sehr diplomatische Antworten. „Wer sagt denn so was???“

Julius findet es den anderen Jahreszeiten über ungerecht, wenn man eine bevorzugt, aber ich mag den Frühling nun mal am liebsten. Der Apfelbaum blüht und Unmengen von Vergissmeinnicht.

Das Leben ist schön. Ich habe aufgehört, die Pille zu nehmen.