30 Jun

Luxusprobleme…

Geschrieben von Constanze

Einer der Nachteile, mit Anton zusammenzuleben, ist, dass Frau Pilschen, seine Putzfrau, jetzt auch meine Putzfrau ist. Ah, Sie rollen mit den Augen und fragen sich gerade: „Boah, über was jammert die doofe Kuh denn als nächstes? Hilfe, mein Mann schenkt mir immer wertvollen Schmuck, ich weiß gar nicht mehr, wohin damit?

Ja, ja, Sie haben ja recht: SOOOO gerne putze und bügele ich nun auch wieder nicht, dass es mir jetzt direkt fehlen würde. Und wirklich viel Zeit, mich noch um den Haushalt zu kümmern, habe ich seit Pumps & Pomps auch nicht mehr.

Das Problem ist: Frau Pilschen mag mich nicht. Sie putzt nur in meinem Haus, weil ihr Anton so schrecklich, schrecklich Leid tut. Und das weiß ich, weil sie bei der Arbeit ununterbrochen Selbstgespräche führt. Man hört sie auch, wenn sie ein Stockwerk tiefer putzt.

„Unglaublich! Widerlich! Ekel erregend!“ (Beim Anblick von Krümeln und Staub, auch bei mikroskopisch kleinen Mengen.) „Der arme Mann!“

„Pervers! Pervers! Pervers!“ (Bei Flecken aller Art.) „Der arme Mann!“

„Wie sieht das denn hier schon wieder aus!“ (Weil die Zeitungen auf dem Couchtisch nicht rechtwinklig aufeinander gestapelt sind.) „Der arme Mann!“

„Das ist ja wie bei Sodoms und Gomorrhas!“ (Wahrscheinlich stellen Frau Pilschens Nachbarn, Familie Sodom und Heinz und Lotte Gomorrha, manchmal abends die benutzten Weingläser auch einfach nur ins Spülbecken, die Schlampen.) „Der arme Mann.“

Der „arme Mann“ lacht nur, wenn ich mich darüber beklage, dass Frau Pilschen den Unterschied zwischen perversen und normalen Flecken nicht kennt.

Demnächst kann man auf diesem Blog übrigens auf mehrfachen Wunsch nachlesen, wie es Mimis Schwester Carolin geht. Und was der Apotheker so macht. Aber jetzt muss ich erstmal putzen, Frau Pilschen kommt morgen wieder, und da muss alles wie geleckt sein….

16 Jun

Schmuggelbericht

Geschrieben von Constanze

Tja, zuerst sah es ganz gut aus für mich und Clorinda (das ist der Name, den ich der Puppe gegeben habe). Im Einkaufskorb, zugedeckt von einer Kinderjacke, konnte ich sie problemlos bis ins Klassenzimmer schmuggeln, niemand hielt mich auf. Aber als ich vorsichtig die Klassentür öffnete, sah ich direkt in die erschrockenen Augen von Frauke Doppelname-Obermami. In der Hand hielt sie eine Marionette, eine wesentlich schönere als Clorinda, muss ich sagen.  “Ich… also… du…”, stotterte sie ungewöhnlich kleinlaut, und ich begriff, dass ich sie bei etwas Verbotenem erwischt hatte.  Ich muss zugeben, dass ich zuerst dachte, sie wäre dabei, die Konkurrenz für Clorinda auszuschalten (hier mal ein Ohr abbrechen, dort eine Perücke zerzausen), aber wie sich herausstellte, war die Marionette in ihrer Hand die von Flavia, und Frauke hatte sie über das Wochenende ein bisschen aufgehübscht, um Flavia eine bessere Note zu verschaffen.  Ich holte Clorinda aus dem Einkaufskorb, und Frauke lachte laut, weil sie dachte, ich hätte das selbe mit Emilys Puppe gemacht.

“Gott, ist die HÄSSLICH!”, sagte sie.

“Sie ist ein Charakterkopf”, erwiderte ich kühl.  “Und sie gehört nicht Emily, sondern einem anderen Kind.”

Welchem Kind genau konnte ich aber nicht mehr herausfinden, weil es klingelte und Frauke und ich eiligst das Klassenzimmer verlassen mussten, beinahe wie Verschwörer für die selbe Sache, wer hätte das gedacht?

Jetzt überlege ich, ob ich vielleicht Emilys Puppe auch noch entführen muss, weil Flavia ja durch unerlaubtes Heimtuning von Seiten der Mutter eindeutig im Vorteil ist… hm, hm, was meinen Sie?

13 Jun

So!

Geschrieben von Constanze

OK, das wäre geschafft. Das Dings ist wie neu. Hätte es auch gerne angezogen, aber darf natürlich nicht vorgreifen. (click auf das Bild zum Vergrößern)

Jetzt nur noch das Problem: Wie bekomme ich Puppe wieder zurück in den Klassenraum geschmuggelt? Wenn Flavia das nämlich mitkriegt und ihrer Mutter petzt, wird es hässlich. (Finde übrigens, dass Puppe Frauke Doppelname-Obermami wie aus dem Gesicht geschnitten ist… EHRLICH!!)

11 Jun

Trümmer nichts als Trümmer!!

Geschrieben von Constanze

Ganz sicher, dass heute der 11. und nicht der 13. ist? Erst heute morgen auf dem Weg zum Komposthaufen über kopulierenden Nacktschnecken ausgerutscht, dann Anruf von meiner Mutter und gerade eben in Grundschule Kunstobjekt gestohlen – gezwungenermaßen.

Das kam so: Musste Emily und ihre Freundin Valentina von ihrem Chorprojekt in der Schule abholen und habe den Fehler gemacht, Wartezeit damit zu überbrücken, mir die Marionetten aus dem Kunstunterricht anzuschauen, die halbfertig im Klassenraum herumhingen. Dummerweise fiel eine besonders scheußliche Puppe zu Boden, als ich ihr vorsichtig die Hand schütteln wollte. Zerfiel derart in ihre Einzelteile, dass ich sie unmöglich wieder zurückhängen konnte, ohne an schlechtem Gewissen zu sterben. Welches arme Kind auch immer diese Puppe gebastelt hat, darf doch am Montag nicht vor den Trümmern stehen!!! Also musste ich Marionette entführen, indem ich alle Bruchstücke in meine Handtasche stopfte. Putzfrau guckte misstrauisch, sagte aber nichts.

Schäme mich ganz fürchterlich. Nutzt wahrscheinlich wenig, wenn ich sage, dass Puppe vorher auch schon sehr hässlich war. Ha, aber wenn ich mit ihr fertig bin, werden wir uns eine Eins verdient haben. Mit Sternchen.

Nachtrag: Emily und Valentina sind sich übrigens sicher, dass es sich bei dem Ding um das Machwerk von Fraukes Tochter Flavia handelt – okay, vielleicht klebe ich auch einfach nur das Ohr wieder an…


09 Jun

Möglichkeiten…

Geschrieben von Constanze

Ich sag´s nur ungern, aber „die Sache“ hat sich bisher nicht klären lassen. Träume jede Nacht von herzförmigen Luftballons und einem weißen Tüllkleid…

Es gibt im Grunde ja auch nicht so viele Möglichkeiten, warum Anton gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, noch mal zu heiraten.

1. und wahrscheinlichste Möglichkeit: Er wollte Smalltalk machen und das Thema bot sich gerade an. In diesem Fall wäre es kindisch, ihn noch mal darauf anzusprechen.

2. Er wollte wissen, ob ich vielleicht insgeheim auf einen Antrag von ihm warte, weil er auf keinen Fall noch einmal heiraten will. In diesem Fall wäre es unklug, ihn noch einmal darauf anzusprechen, er ist sicher froh, dass ich gar nicht geantwortet habe.

3. Er spielt mit dem Gedanken, mich zu heiraten. In diesem Fall sollte ich lieber schweigen, denn früher oder später wird er ja wohl noch mal von ganz allein damit anfangen, oder? ODER?????

Mistigerweise kann ich an nichts anderes denken.

Habe die letzten Tage mit Schultüte basteln verbracht. Ist großartige metrosexuelle Tüte voller Traktoren und Glitzer geworden, Frauke Doppelname-Obermami wird garantiert gemeine Bemerkung machen. NOCH weiß sie nicht, dass ich Julius zum Ballett angemeldet habe….

01 Jun

Ratlos… in der Insektensiedlung…

Geschrieben von Constanze

Tja, war das nun ein Antrag letzte Woche oder einfach nur ein dahin gesprochener Satz ohne Bedeutung? Ich traue mich nicht, Anton danach zu fragen. Ich trau mich nicht mal, meinen Freundinnen davon zu erzählen. Schon weil ich genau weiß, dass sie dann fragen werden: „Und? Willst du Anton denn heiraten?“

Weißichdochselbernich.

Sehr, sehr… blöd, das.

01 Jun

Ein Bild von mir

Geschrieben von Constanze

30. Mai.

Mehrfach wurde gefragt, wie ich denn nun aussähe, aber da ich auch weiterhin vorhabe, gemeine Indiskretionen zu schreiben und mich hier ab und an auch mal über meine Mutter/Schwiegermutter/Gynäkologin/beste Freundin auszuweinen, möchte ich doch lieber weiterhin so anonym wie möglich bleiben. Aber damit ihr mich euch besser vorstellen könnt. Voilà: Da bin ich:

Natürlich habe ich andere Klamotten an (das hier ist Nellys alte Barbie will Kinderärztin werden, man beachte bitte das Futur im Namen, daher ist Glitzerzeug im Kittel, und die Hose macht man mit einem Klettverschluss am Hintern zu), aber der Rest stimmt. Gut, meine Nase ist ein wenig länger. Und der Haarschnitt ist etwas besser gelungen. Aber es war schwierig, die lange blonde Barbie-Mähne meiner Frisur anzugleichen, während zwei kleine Mädchen mich anstarrten wie eine Verbrecherin. „Du weißt aber schon, dass die nicht mehr nachwachsen?“, hat Emily gefragt. Sie hält mich immer noch für kreuzdämlich. Und Valentina presste ihre Barbie fest an ihre Brust, aus lauter Angst, ich könnte mich auch an ihr vergreifen.