Einer der Nachteile, mit Anton zusammenzuleben, ist, dass Frau Pilschen, seine Putzfrau, jetzt auch meine Putzfrau ist. Ah, Sie rollen mit den Augen und fragen sich gerade: „Boah, über was jammert die doofe Kuh denn als nächstes? Hilfe, mein Mann schenkt mir immer wertvollen Schmuck, ich weiß gar nicht mehr, wohin damit?“
Ja, ja, Sie haben ja recht: SOOOO gerne putze und bügele ich nun auch wieder nicht, dass es mir jetzt direkt fehlen würde. Und wirklich viel Zeit, mich noch um den Haushalt zu kümmern, habe ich seit Pumps & Pomps auch nicht mehr.
Das Problem ist: Frau Pilschen mag mich nicht. Sie putzt nur in meinem Haus, weil ihr Anton so schrecklich, schrecklich Leid tut. Und das weiß ich, weil sie bei der Arbeit ununterbrochen Selbstgespräche führt. Man hört sie auch, wenn sie ein Stockwerk tiefer putzt.
„Unglaublich! Widerlich! Ekel erregend!“ (Beim Anblick von Krümeln und Staub, auch bei mikroskopisch kleinen Mengen.) „Der arme Mann!“
„Pervers! Pervers! Pervers!“ (Bei Flecken aller Art.) „Der arme Mann!“
„Wie sieht das denn hier schon wieder aus!“ (Weil die Zeitungen auf dem Couchtisch nicht rechtwinklig aufeinander gestapelt sind.) „Der arme Mann!“
„Das ist ja wie bei Sodoms und Gomorrhas!“ (Wahrscheinlich stellen Frau Pilschens Nachbarn, Familie Sodom und Heinz und Lotte Gomorrha, manchmal abends die benutzten Weingläser auch einfach nur ins Spülbecken, die Schlampen.) „Der arme Mann.“
Der „arme Mann“ lacht nur, wenn ich mich darüber beklage, dass Frau Pilschen den Unterschied zwischen perversen und normalen Flecken nicht kennt.
Demnächst kann man auf diesem Blog übrigens auf mehrfachen Wunsch nachlesen, wie es Mimis Schwester Carolin geht. Und was der Apotheker so macht. Aber jetzt muss ich erstmal putzen, Frau Pilschen kommt morgen wieder, und da muss alles wie geleckt sein….





