01 Sep

Apropos Hormone…

Geschrieben von Constanze

Man vergisst mit den Jahren ja so viel.  Zum Beispiel, wie oft so ein Baby die Windeln voll hat. Und dass “Bäuerchen machen” bei manchen Babys nur ein Euphemismus für “über die Schulter kotzen” ist. Henriette ist so ein Baby, genau wie Julius eins war (genau genommen ist er das bis heute geblieben, ähem! Nur, dass er jetzt nicht mehr über die Schulter kotzt, sondern einfach überall hin.). Henriette ist auch eins von den Babys, die nicht viel von Schlaf halten. Ronnie und Mimi sind chronisch übermüdet – aber dabei so glücklich, dass man denkt, sie hätten Drogen genommen. Auch das vergisst man irgendwie…

01 Sep

Erster Schultag

Geschrieben von Constanze

Gestern war Julius erster Schultag. Ehrlich, ich hatte nicht vor, mitten auf dem Schulhof in Tränen auszubrechen – das müssen die Hormone sein.

Als die fremde Mutter neben mir, die mir etwas pikiert ein Taschentuch reichte, wissen wollte, welches Kind zu mir gehörte, zeigte ich auf ein kleines Mädchen mit Zöpfen, um Julius nicht gleich am ersten Tag zu blamieren.

23 Aug

Ich will auch eins!

Geschrieben von Constanze

Es ist unglaublich mit diesen Neugeborenen. Man schaut sie an und denkt “Oh je, wie winzig, wie seltsam verklebt, wie rot, wie schorfig, wie hässlich!” oder auch “uuuh, guckt wie eine Schildkröte”,  aber nur eine Sekunde später ist man ihnen restlos verfallen. So winzig, so zart, so flaumig, so einzigartig, so wunderwunderschön -, und dazu dieser Duft.

Mimi und Ronnie hatten diesen ganz besonderen Glanz in ihren Gesichtern, den man nur hat, wenn man zutiefst glücklich und dankbar ist, und  als ich sie so sah mit ihrer kleinen Henriette, musste ich heulen. (Ich habe behauptet, das käme vom Zwiebel schneiden.)

Backe jetzt Zwiebelkuchen.

17 Aug

Hurra!!!

Geschrieben von Constanze

Ein Mädchen. Und gesund. Vor lauter Aufregung wusste Ronnie leider nicht wie schwer und wie groß, aber er meinte, die Nase sei definitiv von seinem Onkel Stanislaus.

Dann kleiner Schock. Name des Kindes: Serafina-Liliana.

War aber nur ein Scherz, Ronnie lachte sich halbtot, als ich nach Luft schnappte. In echt heißt das Kind

Henriette.

Sehr süß, finde ich. Trudi meint zwar, Serafina-Liliana wäre tausendmal besser, aber sie ist nur sauer, haha, weil sie auch auf Junge getippt hatte…

Muss jetzt Schluss machen, weil Ronnie meint, ich solle so bald wie möglich ins Krankenhaus kommen, weil Mimi Hunger auf Pflaumenkuchen habe. Hm, muss ihr wohl einen Stillratgeber kaufen – Pflaumenkuchen ist nicht gerade optimal für Babys Verdauung, oder? (Habe den Kram schon wieder komplett verdrängt.)

Aufgeregte Grüße von Constanze

frisch gebackene Patentante.

(Der andere Pate ist übrigens der Apotheker…)

17 Aug

Live aus dem Schuhladen…

Geschrieben von Constanze

Habe ganz vergessen, wie lange es dauern kann, ein Kind zu bekommen.

Für Außenstehende ist es wirklich elend langweilig. Wir warten aber minütlich auf Nachricht von Ronnie aus dem Krankenhaus.

Die Kundinnen sind auch schon schrecklich neugierig. Sie brauchen stundenlang, um sich für ein Paar Schuhe zu entscheiden, und einige waren heute schon dreimal hier. Musste zwischendurch schon nach Hause und noch ein Blech Pflaumenkuchen backen. Hinter unserem Rücken hat Trudi außerdem mit wildfremden Menschen Wetten auf das Geschlecht des Kindes abgeschlossen und auf den Anfangsbuchstaben des Namens.

Ich melde mich, sobald es etwas neues gibt.

P.S. Als ich gerade meinte, dass es bestimmt ein Junge wird, zwang Trudi mich, 10 Euro in die Wettkasse zu zahlen. Sollte es ein Mädchen werden, sehe ich das Geld nie wieder.

16 Aug

Bin ehrlich zerknirscht….

Geschrieben von Constanze

Ich weiß, ich bin furchtbar! Aber in den Ferien ist es ziemlich schwer, sich Zeit für Blog-einträge zu nehmen, die Kinder haben pausenlos Hunger (vor allem Nelly), im Laden ist die Hölle los (rasender Absatz von Gummistiefeln, musste heute noch einmal 20 Paar rot mit weißen Tupfen ordern), Frau Pilschen ist in Urlaub (von mir aus könnte sie auch gerne auswandern), und im Komposthaufen wohnen Ratten (dazu später). Außerdem rechnen wir jeden Augenblick damit, dass Mimis Baby kommt. Aaaargh! Telefon!!!!

Bis später mal.

Ich versprech´s.

Gott, ist das aufregend.

02 Aug

Wieder da!!

Geschrieben von Constanze

Wir sind zurück aus dem Urlaub – und jetzt muss mich wirklich erst mal erholen. Wir hatten zusammen mit Anne und ihrer Familie ein riesiges Haus in der Bretagne gemietet, so riesig, dass zusätzlich noch andauernd Besuch vorbei kam (Antons Bruder Johannes und Paris, Lorenz und die Zwillinge blieben jeweils eine Woche) und Anne und ich das Gefühl hatte, den ganzen Tag nur mit Nahrungszubereitung, Einkaufen, Sand herauskehren und Betten überziehen beschäftigt zu sein. Während alle anderen Spaß hatten und behaupteten, der Sommer und das Patchworkfamilienleben seien einfach nur großartig. Der Kragen platzte uns erst, als drei Tage vor der Abreise überraschend Trudi samt Töchterchen aufkreuzte. Überraschend deswegen, weil sie in unserer Abwesenheit für Pumps und Pomps verantwortlich war.

 „Ach, stellt euch nicht so an“, sagte Trudi. „Gitti wird den Laden schon schmeißen, und Mimi wird ihr beistehen, falls irgendwas Besonderes sein sollte. Übrigens, ihr beiden seht ein bisschen blass aus. Bekommen wir ein Zimmer mit Meerblick?“

(Ich hatte gar nicht gewusst, dass Anne so deftige Schimpfwörter kennt.)

Hier zu Hause ist alles in bester Ordnung, die Katzen haben sich gefreut, dass wir wieder da sind, und Mimi hat mit dem Babykriegen freundlicherweise gewartet. Der errechnete Geburtstermin ist übrigens der 17. August.

 Ich werde mich wieder melden, sobald ich die Berge mit Schmutzwäsche bewältigt habe und einen Platz für die 18 Kilo Muscheln gefunden habe, die die Kinder und Anton gesammelt haben.

01 Jul

Nur ganz kurz

Geschrieben von Constanze

Ich habe übrigens Ihre Ratschläge befolgt und mich zurückgehalten: Emilys Marionette wurde NICHT getunt. Obwohl sie es durchaus hätte gebrauchen können, da nur unwesentlich schöner als die von mir wieder geflickte Clorinda (die übrigens einem Mädchen namens Larissa gehört).

Die Lehrerin hatte trotz der großen Qualitätsunterschiede beschlossen, allen Kindern eine Zwei für ihre Arbeit zu geben. Auch Flavia bzw Frauke. HA!

30 Jun

Luxusprobleme…

Geschrieben von Constanze

Einer der Nachteile, mit Anton zusammenzuleben, ist, dass Frau Pilschen, seine Putzfrau, jetzt auch meine Putzfrau ist. Ah, Sie rollen mit den Augen und fragen sich gerade: „Boah, über was jammert die doofe Kuh denn als nächstes? Hilfe, mein Mann schenkt mir immer wertvollen Schmuck, ich weiß gar nicht mehr, wohin damit?

Ja, ja, Sie haben ja recht: SOOOO gerne putze und bügele ich nun auch wieder nicht, dass es mir jetzt direkt fehlen würde. Und wirklich viel Zeit, mich noch um den Haushalt zu kümmern, habe ich seit Pumps & Pomps auch nicht mehr.

Das Problem ist: Frau Pilschen mag mich nicht. Sie putzt nur in meinem Haus, weil ihr Anton so schrecklich, schrecklich Leid tut. Und das weiß ich, weil sie bei der Arbeit ununterbrochen Selbstgespräche führt. Man hört sie auch, wenn sie ein Stockwerk tiefer putzt.

„Unglaublich! Widerlich! Ekel erregend!“ (Beim Anblick von Krümeln und Staub, auch bei mikroskopisch kleinen Mengen.) „Der arme Mann!“

„Pervers! Pervers! Pervers!“ (Bei Flecken aller Art.) „Der arme Mann!“

„Wie sieht das denn hier schon wieder aus!“ (Weil die Zeitungen auf dem Couchtisch nicht rechtwinklig aufeinander gestapelt sind.) „Der arme Mann!“

„Das ist ja wie bei Sodoms und Gomorrhas!“ (Wahrscheinlich stellen Frau Pilschens Nachbarn, Familie Sodom und Heinz und Lotte Gomorrha, manchmal abends die benutzten Weingläser auch einfach nur ins Spülbecken, die Schlampen.) „Der arme Mann.“

Der „arme Mann“ lacht nur, wenn ich mich darüber beklage, dass Frau Pilschen den Unterschied zwischen perversen und normalen Flecken nicht kennt.

Demnächst kann man auf diesem Blog übrigens auf mehrfachen Wunsch nachlesen, wie es Mimis Schwester Carolin geht. Und was der Apotheker so macht. Aber jetzt muss ich erstmal putzen, Frau Pilschen kommt morgen wieder, und da muss alles wie geleckt sein….

16 Jun

Schmuggelbericht

Geschrieben von Constanze

Tja, zuerst sah es ganz gut aus für mich und Clorinda (das ist der Name, den ich der Puppe gegeben habe). Im Einkaufskorb, zugedeckt von einer Kinderjacke, konnte ich sie problemlos bis ins Klassenzimmer schmuggeln, niemand hielt mich auf. Aber als ich vorsichtig die Klassentür öffnete, sah ich direkt in die erschrockenen Augen von Frauke Doppelname-Obermami. In der Hand hielt sie eine Marionette, eine wesentlich schönere als Clorinda, muss ich sagen.  “Ich… also… du…”, stotterte sie ungewöhnlich kleinlaut, und ich begriff, dass ich sie bei etwas Verbotenem erwischt hatte.  Ich muss zugeben, dass ich zuerst dachte, sie wäre dabei, die Konkurrenz für Clorinda auszuschalten (hier mal ein Ohr abbrechen, dort eine Perücke zerzausen), aber wie sich herausstellte, war die Marionette in ihrer Hand die von Flavia, und Frauke hatte sie über das Wochenende ein bisschen aufgehübscht, um Flavia eine bessere Note zu verschaffen.  Ich holte Clorinda aus dem Einkaufskorb, und Frauke lachte laut, weil sie dachte, ich hätte das selbe mit Emilys Puppe gemacht.

“Gott, ist die HÄSSLICH!”, sagte sie.

“Sie ist ein Charakterkopf”, erwiderte ich kühl.  “Und sie gehört nicht Emily, sondern einem anderen Kind.”

Welchem Kind genau konnte ich aber nicht mehr herausfinden, weil es klingelte und Frauke und ich eiligst das Klassenzimmer verlassen mussten, beinahe wie Verschwörer für die selbe Sache, wer hätte das gedacht?

Jetzt überlege ich, ob ich vielleicht Emilys Puppe auch noch entführen muss, weil Flavia ja durch unerlaubtes Heimtuning von Seiten der Mutter eindeutig im Vorteil ist… hm, hm, was meinen Sie?